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Die meisten Menschen benützen ihre Jugend, um ihr Alter zu ruinieren. - Jean de la Bruyère |
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Schätzungsweise sind 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis ca. 25 Jahre in der BR Deutschland Alkoholabhängig oder stark Alkohol-gefährdet. Obwohl das Jugendschutzgesetz den Verkauf und die Abgabe alkoholischer Getränke an Jugendliche unter 16 bzw. 18 Jahren verbietet, ist es in der Regel nicht besonders schwer, an Alkoholika zu gelangen. Dies liegt auch oft an dem ziemlich laschen oder gleichgültigen Umgang mit dem Gesetz bei den Handels- und Gastronomischen Betrieben. Im Alter zwischen 10 und 14 Jahren trinken Kinder bzw. Jugendliche in der Regel zum ersten Mal selbst Alkohol. |
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Es ist jedoch auch so, dass man oftmals vergeblich nach gewichtigen Gründen für diesen massiven Alkoholmissbrauch sucht. Vielfach ist dies auch darauf zurückzuführen, dass die Jugendlichen - besonders bei hochprozentigen Getränken - die Auswirkungen nicht einschätzen können und auch ihre Grenzen nicht kennen. Zudem kommt dazu die Unbekümmertheit, Übermut und Imponiergehabe. Jugendliche denken im Allgemeinen nicht an Tod oder Krankheit und dass es auch sie in ihren jungen Jahren treffen kann. Dies trifft immer die Anderen. |
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Besonders
gefährdet, vom
Alkohol abhängig
zu werden sind Jugendliche, die unter
schweren Belastungen leiden. Seien dies tiefer liegende persönliche Probleme
wie große Unsicherheit, Versagensangst und Einsamkeit oder extreme Lebenserfahrungen
wie (sexuelle) Missbrauchs- und Gewalterlebnisse. Häufiger oder
gar täglicher Alkoholkonsum und Betrunkensein sind Warnsignale, auf die Eltern
aber auch die anderen erwachsenen Bezugspersonen unbedingt reagieren sollten.
Eine
große Gefahr sind nicht nur die so genannten
Alkopops
die durch Ihren süßen Geschmack vor allem auch sehr junge Menschen anziehen
und der doch sehr hohe Alkoholanteil und -geschmack überlagert und so nicht mehr wahrgenommen
wird.
Verwerflich und Gefährlich sind
auch die recht zwielichtigen Angeboten einiger Veranstalter wie z. B.
Flatratesaufen - d. h.,
dass für einen bestimmen Sockelbetrag ( z. B. 10 € ) soviel getrunken werden
kann, wie man will. Der geringe Preis alkoholischer Getränke verleitet die
Jugendlichen in extremen Masse zum
Missbrauch.
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Hier beginnt der Gesetzgeber jetzt einen Riegel vorzuschieben, jedoch ist die Gefahr damit noch lange nicht gebannt. Der Trend zum so genannten Vorglühen nimmt auch immer bedrohlichere Formen an. Vorglühen heißt, dass man sich bereits bevor es in die Disco- oder auf die Party geht, mit harten Spirituosen ( oft gemischt mit Red Bull, O-Saft usw. ) in "Stimmung trinkt". Eine besondere Abart des Alkoholmissbrauchs hat sich in den letzten Jahren entwickelt - diese Trinkexzesse werden als " Binge-Drinking " auch Wochenend- oder Rauschtrinken - bzw. Komasaufen bezeichnet. Hier treffen sich Jugendliche einfach nur, um sich - Grundlos - innerhalb kürzester Zeit und bis zur Besinnungslosigkeit zu betrinken. Der Begriff hat seinen Ursprung in der englischen Trinkkultur - ( siehe Geschichte des Alkohols ) |
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Es müssen immer wieder junge Menschen sterben oder gesundheitlich stark geschädigt werden, weil dieser Gefahr erst dann wieder Aufmerksamkeit gezollt wird, wenn etwas passiert ist und skrupellose Erwachsene wieder ein Geschäft höher Bewerten, als Ihre moralische Verantwortung - oder durch verantwortungslose Gleichgültigkeit solche Vorkommnisse erst ermöglicht werden, was nicht minder verwerflich ist. Im Jahr 2007 mussten 23165 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 20 Jahren wegen Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden. Dies sind 20 % mehr als im Vorjahr. Noch im Jahr 2000 waren es weit weniger als halb so viele. Besonders tragisch ist es, dass 3779 Kinder erst im Alter zwischen 10 und 15 Jahren waren. Zum ersten Male sind auch mehr Mädchen als Jungen eingeliefert worden. Diese Zahlen sind alarmierend und können nur zum kleinen Teil die Tragik wiedergeben, die hinter diesen nackten Zahlen stehen. |
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Die Absicht des produzierenden Alkoholgewerbes, Ihren Absatz zu halten, wenn nicht sogar zu stärken zielt offensichtlich darauf ab, durch offensive und aggressive Werbestrategien und die entsprechenden Produkte vor allem ein junges ( d. h. Jugendliche oder junge Erwachsene ) Publikum anzusprechen. Ein Werbeverbot allein oder einen Warnhinweis auf alkoholischen Getränken kann aber sicher dieses Problem nicht lösen. Es würde jedoch ein Zeichen gesetzt und im Verbund mit anderen - sinnvollen - Maßnahmen helfen, gegen diesen Missbrauch vorzugehen. Denken Sie daran, viele dieser heutigen Jugendlichen sind die Alkoholkranken von morgen. |
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Die Gefährdung der Jugendlichen erstreckt sich jedoch nicht nur auf die körperlichen und sozialen Folgen von Alkoholmissbrauch. Alkoholisierte Jugendliche können auch immer Opfer, sowie Täter einer Straftat sein. Sexuelle Übergriffe, Vergewaltigungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, sowie Verkehrsstraftaten uvm. Solche Vorkommnisse unter Alkoholeinfluss können einem jungen Men-schen das ganze Leben ruinieren oder ihn doch das ganze Leben belasten. Für junge Frauen unter Alkoholeinfluss kann es zu ungewollten Schwangerschaften kommen und somit eine entscheidende Wende in der persönlichen Lebensplanung sein. |
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Den Jugendlichen - egal ob männlich oder weiblich - möchte ich sagen: Ihr seid stets bestrebt, dem anderen Geschlecht zu gefallen und ihr tut alles dafür. Es wird gestylt was das Zeug hält, auf die Frisur wird genau so viel Augenmerk gelegt, wie auf eine scharfe und modische Kleidung. Ihr verbringt eine Unmenge Zeit damit, euch für den Diskobesuch vorzubereiten, zu schminken und euch auszustaffieren. Ihr quält euch mit Diäten und cremt euch ein, um eine schöne Haut zu bekommen und das alles macht ihr mit zuviel Alkohol zunichte. Ich gebe euch mal den Tipp, sich umzuschauen, welchen Eindruck ein Betrunkener / Betrunkene macht. Wollt ihr wirklich so aussehen und so einen Partner haben ? |
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Auch wenn ihr es nicht hören wollt oder dies verdrängt - " Alkoholismus ist eine tödliche Erkrankung, die nicht geheilt, sondern nur gestoppt werden kann ". Sie kann, muss dich aber nicht treffen. Es ist jedoch von vorneherein sicherer, verantwortungsbewusst mit Alkohol umzugehen. Dies bringt euch auch in anderen Bereichen Vorteile. |
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Der
Staat alleine kann dieser Gefahr nicht Herr werden. Gesetze sind vorhanden und
müssen vielleicht um das eine oder andere sinnvoll ergänzt werden (
Alkoholverbot an bestimmten öffentl. Plätzen - siehe Freiburg
< diese
Polizeiverordnung wurde vom Verwaltungsgerichtshof BW für rechtswidrig erklärt
>- oder das
Verkaufsverbot von Alkohol ab 22.00 Uhr an Tankstellen, Kiosken und
Supermärkten - Baden Württemberg
< seit
1.3.2010 in Kraft >). Aber der
Ruf nach immer neuen Gesetzen ist sinnlos, wenn schon alleine die Einhaltung
des
Jugendschutzgesetzes flächendeckend - oder zumindest ausreichend - zu
kontrollieren, aufgrund des Ausmaßes und des Personalbestandes bei Polizei
bzw. Ordnungsämtern, fast unmöglich ist. Wir alle, d. h. die gesamte
Gesellschaft ( Eltern, Lehrer, Ausbilder,
Produzenten, Verkäufer, Gastronomen uvm. ) sind aufgefordert, nicht
wegzuschauen oder nach dem Staat zu rufen, sondern selbst etwas dagegen zu
tun, sonst fällt uns allen ( und mit Sicherheit vielen der Jugendlichen )
dieses Problem auf die Füße.
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